Geschichte des Hundes
Lange wurde gerätselt über die Abstammung unseres Haushundes. Linné (1707 -1778 ) stellte Ihn in die Verwandtschaft von Wolf und Goldschakal , machte sich aber keine Gedanken über eine mögliche Abstammung. Darvin`s Evolutionstheorie war zu jenem Zeitpunkt noch nicht erfunden. Dennoch fasste auch er alle Hunderassen schon zu einer einzigen Art zusammen.
Der Direktor der " Jardins Du Roi " in Paris, der Graf von Buffon ( 1707 - 1788 ) dachte allerdings schon fortschrittlicher. Zwar stellte auch er die biblische Schöpfungsgeschichte nicht in Frage, kam aber schon zu dem damals bemerkenswerten Schluss , dass alle lebenden Hunderassen auf eine - allerdings ausgestorbene Urrasse - zurückzuführen seien.
Güldenstedt ( 1745 - 1781 ) , vornehmlich im Kaukasus für die Akademie
der Wissenschaften von Petersbug tätig , machte sich als erster über
verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Haushund und dem dort sehr
verbreiteten Kulturfolger Goldschakal Gedanken.
Sein Landsmann Peter Simon Pallas ( 1741 - 1811 ) , für das selbe Institut im europäischen - und asiatischen Russland unterwegs, hielt außer dem Goldschakal auch Fuchs, Wolf, Hyäne, Kojote, Eisfuchs und andere Arten für die Vorfahren des Haushundes. Seiner Meinung nach, wäre eine einzige Stammart niemals in der Lage gewesen eine derart vielgestaltige Erscheinungsweise des Hundes hervorzubringen. Zwar hätte die Domestikation mit dem Schakal begonnen, die gezähmten Tiere seien aber kontinuierlich mit anderen Arten vermischt worden.
Selbst Darwin ( 1809 - 1882 ) saß der außerordentlichen Variabilität des Hundes auf. Er sah 5 Arten von europäischen, indischen und nordamerikanischen Wölfen, eine oder zwei Arten von südamerikanischen Caniden, mehrere Rassen vom Schakal und vielleicht ein oder mehrere Arten ausgestorbener Caniden als Urväter des Hundes.
Mit dem
von L. Rütimeyer 1862 in den Schweizer Pfahlbauten entdecktem
Torfspitz kam es zu einer explosionsartigen Entdeckung diverser
Ausgangsarten für die verschiedenen Erscheinungsformen des Hundes. Auch
hier spielte den Forscher die außerordentliche Variabilität einen
Streich. Niemand kam auf die Idee eine einzige Art als Urform zu
betrachten.
Selbst
Konrad Lorenz hielt den Goldschakal für den Stammvater der Hunde. Neueste
genetische Untersuchungen belegen aber eindeutig, dass einzig und allein
der Wolf als alleiniger Stammvater in Betracht kommt. Bei genauerer
Betrachtung sieht man bei Ihm, dass alle Farben und Größen in der
freien Natur bereits ohne gezielte Züchterische Selektion des
Menschen vorkommen.
Seit
kurzem sieht eine Mehrzahl der Wissenschaftler sogar Hund und Wolf als
eine einzige Art an. Der Haushund sei allenfalls eine Unterart des Wolfes.
Die Körpersprache
Die Gesichtsmimik drückt viele Formen einer Mischung zwischen Angst und Angriff aus. Im Zusammenspiel mit den Ohren die wichtigsten Informationen. Genauso ist es bei Hunden. Kaum ein Körperteil kann beim Hund und beim Wolf mehr ausdrücken als gerade der Schwanz. Die Schwanzhaltung der Wölfe zeigt die Rangordnung im Rudel an. Je höher der Schwanz getragen wird, desto ranghöher ist der Wolf.
Die Gesichtsmimik drückt viele Formen einer Mischung zwischen Angst und Angriff aus. Im Zusammenspiel mit den Ohrenbedeuten nach vorne gerichtete Ohren aufmerksame Selbstsicherheit, nach hinten gelegte Ohren Unsicherheit. Wenn die Ohrmuschel dann auch noch ganz nach unter gezogen wird, drückt der Wolf damit Unterwürfigkeit aus.
Eine Rangordnung in einem Wolfsrudel gibt für die Rüden, die andere für die Weibchen. An der Spitze steht jeweils der Alpha-Rüde (A) und die Alpha-Wölfin (B). Meist sind das auch die beiden ältesten Tiere im Rudel.
Da die Alpha-Wölfin keine anderen geschlechtsreifen Weibchen neben sich duldet, gibt es meist nur junge Weibchen (C) unter ihr.
Die Rüden hingegen sind untereinander verträglicher. So kommt es häufig vor, dass unter dem Alpha-Rüden weitere geschlechtsreife Rüden (D) stehen, die sich an den gemeinsamen Jagden und der Aufzucht der Welpen beteiligen.
Nach den erwachsenen Tieren folgen die ein-bis zweijährigen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere (E). Häufig haben sie untereinander eine ähnliche Rangordnung, wie sie im gesamten Rudel gilt. So gibt es bei ihnen einen "Klein-Alpha-Rüden" und ein "Klein-Alpha-Weibchen". Ganz unten außerhalb stehen die Welpen (F)
Doch eines Tages wird auch der stärkste Wolf schwach. Der Gegener erkennt seine Chance und im Ernstfall wird hemmungslos gebissen. Häufig greifen dabei auch andere Tiere mit ein, nicht zuletzt die Alpha-Wölfin. Doch nicht dem Alpha-Rüden kommt sie zu Hilfe, sondern dem Gegner. Kann der Alte nicht flüchten, wird er totgebissen.
Dieses Verhalten mag grausam erscheinen, doch aus der Sicht der Alpha-Wölfin ist mit einem immer schwächer werdenden Alpha-Rüden niemanden gedient.
Sie braucht für sich und ihre Welpen einen starken Partner. Eines Tages wird es ihr selbst so ergehen. Die Natur kennt kein Mitleid. Im zweiten Fall treffen die Angriffe oft ein geschlechtsreifes Weibchen, das als Rivalin des Alpha-Weibchens unterdrückt wird, am Ende aus dem Rudel vertrieben wird.